



navigare necesse est* (oder hiess es etwa humanum?) quamquam nonumquam olet doctrina**
Eine Laudatio ist Laudanum fรผr alle, die nicht ‚dabeigewesen’*** sind. Lob ist die Torheit der Tรถrichten, hatte doch mal der Roterodamus gesagt, oder so.
Wie ehrt man einen Wohltรคter – der Generationen kulturtragender, unser Erbe erhaltender Hominiden zum behutsamen Umgang mit ihren kรผnstlerischen Errungenschaften anspornt, Mentor der Wissensgesellschaft ist, die den Allegorien Stultitia und Incuria durch geschickte habsgierige Heiratspolitik zu begegnen sucht – der aber eine solche Ehrung in seiner lebensverlรคngernden Bescheidenheit stets weit von sich wies?
Frรผher setzte man Denkmรคler, die man nun mรผhevoll vor Graffiti, Tauben und Wahlklebern bewahrt; heute verfasst man pflegeleichtere Denkschriften, in denen sich Autoren zudem vor Ihresgleichen verneigen kรถnnen. Lasst mich an Freund Erwin Emmerling denken, denn er hat es hรถchlich verdient.
Erwin war die Besorgnis um kathedralene Werte mit seinem Namen**** wohl schon in die Wiege gelegt: von Strassburg bis Bamiyan, vom Weltmittelpunkt Ludbreg zum Reich der Mitte, weder von Vesuv noch Taliban, Mumienfluch noch Malaria, weder von Serbenmiliz noch Tonarmeen geschasst, weder barockem Fegefeuer noch von indischen Dรคmonen liess er sich am Kampfe gegen das Vergehen des – oder am Kulturerbe hindern. Nur die Altersbarriere des TUM lรคsst ihn nun Skalpell, Tintenkuli und Restaurierprotokolle niederlegen, Mikroskop und Stirnleuchte einem Nachfolger รผbergeben, dem die Bรผrde der Wรผrde schwerfallen wird, nach so viel geretteter Vergangenheit.
Als ich nach neunjรคhriger รbung im bergigen San Michele in Teverina mit bis zu 150 Emuli das Abenteuer „restauro povero“ an seiner Schlosskirche exerziert hatte, um zu beweisen, dass man die lรคndliche Hefe gรผnstig zu erhalten habe, bevor man Sponsoren immer nur fรผr Sixtinen ermuntere, wusste ich 1992***** noch nicht, dass Erwin mich ins umtobte Kroatien schicken wรผrde, zerbomte Altรคre zusammenzukleben und ein Labor zur Wiederauferstehung kroatischer Kulturrelikte einzurichten. Die Bamberger Himmelfahrt Mariens von Tintoretto – eine andere restauratorische Pionier-Unternehmung Erwins, war mir angelegener als den Kommando-Vandalismus an orthodoxen Heiligtรผmern zu dokumentieren.
Nach anderthalb Jahren von Ludbreg mit turbulenten Erfahrungen und einem Briefroman „Ludberga“ nach Bern und Venedig zurรผckgekehrt, dankte mir Erwin mit dem Schwur, den 500seitigen Erguss als einziger gelesen zu haben.
Sein Vorschlag von 2019, meine pseudonyme Ulk-Recherche zu Venedigs „Pisciatoi“ sprich ‚verbotenen Pissecken‘ zu verรถffentlichen, zeigt, wie unbekรผmmert er unbegangene Kreuz- und Holzwege der Wissenschaft einzuschlagen bereit ist. So sei denn der Wissendurst auf und der Wille fรผr den Erhalt der unaussprechlichen ca.500 Un-รถrter der Serenissima, den von der Notdurft bedrรคngten Weltbรผrgern ans Herz in der Hose gelegt. Diese nie dokumentierte, geschweige historisch besungene Spezies von Kulturkleinkunst ist von Vernichtung, Verfremdung und Missverstehen bedroht, weil kein lokaler Historiker es bisher wagte, sich das lugubre, wehrlose und immobile Sujet mit denkmalpflegerischem Ernste vorzuknรถpfen. Wie gut haben es doch die panzerverglasten „Pisspaintings“ eines Warhol dagegen in ihren inodoren und sterilisierten Museumsfluchten! So ist es denn das alleinige Verdienst Erwins, durch meine Smartophonie eine Armee inkontinenter Mรคrtyrer aufklรคren zu lassen, was im labyrinthischen, an Touristen berstenden Venedig „Sache is“.
Auf dass der Pilger in der illustren Stadtenge nunmehr – neben dem geblauten Himmel und dem ausgetretenen Gassipflaster die Alternative eines Winkeladvokaten und allgegenwรคrtigen um-die- Eckenspรคhers erlebe! Er wird รผberdies lernen, auch Rom, Straรburg, Paris, Dijon, Padua und viele weitere allerchristliche Altstรคdte wie Seldwyla mit neuen Augen zu erleben.
ad honorem magistri Erwini Pontifici Vespasiani memor
amicus Erasmus MMXIX
* (bitte nicht โlatrinaโ lesen!) Gnaeus Pompeius ca.92 v.Chr. an seine Galeerenruderer in Ostia anlรคsslich einer rรถmischen Weizenknappheit; die Bajuwaren sollen damals ihre erste Stundung des Oktoberfestes erlebt haben!
** 92 n.Chr.: Kaiser Titus Flavius Vespasian besteuert das รถffentliche Urinieren mit der Rechtfertigung, dass pecunia non olet. Geschichtsfรคlscher schrieben ihm die Einfรผhrung รถffentlicher Pissoirs zu. Sie erlitten aber nicht das Los des chinesischen Historikers Ban Gu, der zeitgleich fรผr sein Werk Han Shu hingerichtet wurde.
*** Arno Borst รผber Goethes potemkin’sche Kanonade von Valmy: „Dies ist das reinste Beispiel einer Wirkungsgeschichte von Kunstwerken, die sich denken lรคsstโ(1974)
**** um 1292: Magister Erwin von Steinbach von Goethe geheiligter Werkmeister am Strassburger Mรผnster, bis er wohl 1318 vom Gerรผst fiel
*****192 Konkubine Marcia und Athlet Narcissus ermorden Kaiser Commodus; 292: รคlteste bekannte Datumsangabe der Maya; 392: die heilige Orakel-Eiche von Dodona (Irminsul der Sachsen) von Christen gefรคllt, Bamiyan lรคsst grรผssen; 492 die verkorkste Rabenschlacht Theoderichs um Ravenna; 592: totale, noch unpolitische Sonnenfinsternis in GR; 692: die Umayyaden restaurieren das expandierende Kalifat, dem der IS noch immer nachtrรคumt; 792: Pippin der Bucklige wird nach Revolte gegen Karl ins Kloster Prรผm verbannt; 892: der Normannensturm aufs Kloster Prรผm wird der Reliquien- Sandalen Christi nicht habhaft; der 992 geborene Musiker Guido von Arezzo komponiert ein Te Deum auf den Porscium 992; 1092 ermordet Haremdame Gross-Seldschuken-Sultan Malik Shah, (Sultan in spe Recep Tayyip Erdogan versucht seit 1992, damals Vorstand der Wohlfahrtspartei die Zersplitterung des Tรผrk-Reiches rรผckgรคngig zu machen); 1192
Dschingis Kahn stellt seine Armeen auf alles andere als tรถnerne Fรผsse; 1292: die Eidgenossen erholen sich vom Meineid der Ur-Kantรถnler des Vorjahrs, Tell habe den Apfel getroffen; 1392: die Landesteilung Bayerns besiegelt das kรผnftige technologische Grรผndeln des TUM; 1492: Kolumbus erfindet das Ei; 1592; Tintorettos letzte Kreuzabnahme wird ein kรผnstlerischer Flop; 1692: Tremignon baut das grรถsste pisciatoio proibito Venedigs: die Gitterbrรผstung des Arsenal- Portals; 1792: Goethe lauscht der Kanonade von Valmy; 1892: Rudolf Diesel beglรผckt die Menschheit mit einem folgereichen Schadstoff-Patent; 1992: Galilei wird rehabilitiert, doch es beginnt der Balkankrieg; wenigstens erscheinen von E.E. in Icomos die Bemerkungen zu weiร gefaรten Skulpturen; 2092/93: Greta Thunberg wird gerade mal 90.
Wenn die 92 nicht ein Kraftort in der Raum-Zeit ist…?!
So sei’s denn mit Heidegger entborgen und der Trรคnkmalpflege รผberantwortet:
I pisciatoi proibiti 1โ
oder: cantus necessitatis
eine venezianische Relegie oder: ein informeller Cicerone von der anderen Unart.2
Sie wesen allerorts an, im trampelgepfadeten centro storico wie im Netzwerk der calli esterni Venedigs, wenn man sich ihrer nur willentlich innewird. Nur hat man sie bis heute schamhaft aus der Architekturgeschichte geblendet. Sowohl die Venezia minore Egle Renata Trincanatoโs, die Katasterplรคne der Serenissima3, als auch die Venexia der percorsi curiosi, magici, nascosti hat sie stets penibel umgangen; weder ein Francesco Sansovino, Muratori (Lodovicantonio nicht, noch Saverio), oder Pompeo Molmenti, weder Giulio Lorenzetti, Elena Basso noch Edward Muir haben sie jemals erwรคhnt, kein Borro-, kein Ber-nini hat statt Laternen Latrinen gebaut, kein Gozzi, kein Baffo, Goldoni sie wรผrdig besungen, kein Longhi, kein Tiepolo filius, kein Caffi, Canaletto4, Favretto sie je auch nur zufรคllig gemalt: selbst ein John Ruskin schlich in Stone-Wurfdistanz an ihnen vorbei.
Weder eine archeologia sociale noch die des costume hat je sich darรผber gebeugt unsre Wissensnot zu befrieden:
Es sind die be- und verschwiegnen รrtchen5 mรคnnlicher Bedรผrfnis, die Mรคnn-Ecken-Piss, die unaussprechlichen Winkel verhinderten Austritts im Vรถlkergebรผndel rei publicae turisticae sancti Marci, in der man bis heute Besuche des gabinetto, einst ritirata, in eilig erstรผrmten Bars und chichetti-Schenken nur ungerne duldet. Geplagt wird der Erleichterung Suchende vom Schlรผsselerlebnis des allgegenwรคrtig unwirschen Schrifttums: โinagibileโ, โchiuso per restauroโ, โsolo per ospitiโ, „chiave dal barista“ – den immer soeben vergebnen…
Selbst Vespasian’s Obolus fรผrs mingere zum Trotze, erkauft der Geizhals sich lieber den Zwang zum Verzicht: zu horrend sind die rar gesรคten โblassphemenโ Orte offiziรถsen Gekachels. Zu den seltnen servizi pubblici vom Dienste, fรผhren zwar welkende Kleber, an Knaste gemahnende Emails und Pfeile der Verheissung im Asphalt, doch wer findet den
1 z.dt.: subjektiv: verbotene Pissecken; objektiv: Urinierhindernisse; lat. obstaculum urinatorium; engl.: pissbarriers; .fr.: obstacle urinaire; sp.: defensa de orinar gr.: ฮญยตฯฯฮดฮนฮฑ ฯฯ ฯฮตฮนฮฝ; jap.: ใใใฃใ็ฆโฝ (alle ohne linguistische Gewรคhr).
2 Anfรคngliche 300 Illustrationen anzusehen in HP: elijarijeka.jimdo.com unter Rubrik: Venezia eterna.
3 Selbst die unzรคhligen Gebรคudeaufnahmen Paolo Marettoโs (La casa veneziana nella storia della cittร dalle origine allโottocento, Venezia 1989) รผbergehen die Gebrauchtwasserablรคufe und WC-Anlagen und verzeichnen gerade mal die Kamineโฆ
4 Immerhin denunzierte Giovantonio Canal mit galantem Pinsel die Not eines peregrino togato, der sich im Bilde der Sammlung Crespi in Mailand und der Variante des Museo Rezzonico in Venedig am Portal- Eckpfeiler von S.Lazzaro dei Mendicanti erleichtert.
5 Unsere Fotoreportage verzichtet auf die Lokalisierung der Relikte und stellt sie ferneren koordinativeren Entdeckergelรผsten anheimโฆ
erlรถsenden Treffpunkt im Sturme und Drang durchs Gassen-Labyrinth der metropoli lagunare bei Nacht und beengender Nabelschau?! Vae den victis unerlaubter Versuchung! Dereinst zรผckt ein ordinierter Vigile orinario statt Bussenmandat den Genprobentupfer, einen Sรผnder in flagranti zu orten und im Labor(t) zu horten fรผr ewig im Strafenregister!
Vor drei Jahrhunderten und mehr6 erleichterte man sich hemmungslos coram publico an die nรคchstbeste fensterlose Wand mit 90gradigem Anlauf und tunlichst unbesehn von hinter Mauern und Gittern weggeschlossnen Weibern. Links- oder Rechtshรคnder trafen รผberdies die Ortswahl nach dem Spin, den ihre Drangsal erheischte. Die Mรคnnerwelt kam, sah, zog blank und blieb unter sich. Und wurde mal ein hohes Dรคmchen in noch hรถheren pianelle, den schwanken Stรถckelzockoli, von arggewohnten Dienerinnen kirchwรคrts gebuckelt, blieb Zeit zu Flucht und Geknรถpfel.
Aber die nรคchtlichen Zechereien in den casini, die ‚Morgenstundโ der Geschรคftemachiosi, der Messwein der Frรผhmette, und die Wohnnot des verarmten ceto minore, schliesslich die Absenz hauseigner gabinetti, mรผndeten nothalbs zu Stunt und Stau in sottoporteghi, vicoli chiusi und cortili, rami und campielli., Der Notstand wuchs mit der Ankunft der Landflรผchter, den vom Tรผrken vertriebnen รgรคis-Bewohnern, der Soldateska der Marine und des Hafenpersonals, am Ende den unaufhaltbaren Absolventen der „Grand Tour“, denen es noch an der so sanitรคren Kreuzfahrtschifferei gebrach.
Spielerische Baulust von Gotik und Barock an chiese und palazzi hatten mit Risaliten, Kapellenauswuchs, Zugemรคuer mit amรถnem Geripp, buchstabreimlichen รberfluss an Winkeln zum Pinkeln beschert. Das Ende war erschreckend ruch- und riechbar. Auch die fรผnfzigtausend Hunde Venedigs wรผssten noch heut ein Liedchen davon zu jaulen. Dass Gรคrten ummauert und Pรคrke nicht nur nรคchtens vergittert sind, ist sowohl der heimlichen Siesta diebischer Vagabunden geschuldet, als auch der รผberdรผngenden Fauna von idio- und symbio-tischer Tiernarretei.
Peinlich genug war das Los des Campanile San Marco’s, als die Schildbรผrger der Lรถwenrepublik โ gewohnt ihren markigen Turm beim beschwerlichen Aufstieg allerecks innerlich zu bepimpern โ 1866 beschlossen (statt etwa mit Kรถrben Lichts die Eckensteher Schildas zu scheuchen), dessen Treppenkehren und Rampen mit nach aussen mรผndenden Abflusslรคufen zu perforieren, worauf (mitunter) das allzu generรถse Traufnasenbohren am 14 Julius 1902 zum klamorosen Einsturz des โparon de casaโ gereichte.
Aber vorerst schritten nobiltร und Klerus zu Zeiten der perucche e bottoncini zu baulichen Konterattacken gegen das รผble Eckengepiss, mit gewundenen Gelรคndern, wuchtigen Ketten, geschnรถrkelten Schranken, pyramidalen Tumben und Trompen aus Porphyr und Cipollin, schrรคgen Gueridons, sprich tavolini in giallo antico oder rosso di Verona.
Das popolo minuto hingegen, das sich der Bedรผrfenden Anflut, von nobleren Wehrbauten Verscheuchter, mit leeren Hรคnden zu wehren ansann, rรคchte sich billigst mit plumpem konischem Poller, nรคssender Dachtraufe oder sperrigem Mรผllberg. Die Volkswut lauerte verbissen am Fenster mit Abwaschschรผtte und Flรผchen.
6 Erster biblischer Beleg fรผr das mรคnnerprivilegierende Gewohnheitsrecht (oder schlechterdings Kavaliersdelikt?) in I Kรถnige 16,11 (Luther): „VND da er [Usurpator Simri] Kรถnig war vnd auff seinem Stuel sass, schlug er das gantze haus Baesa vnd lies nicht vber auch der an die wand pisset, dazu seine Erben vnd seine Freunde.“ (Zรผricher Bibel 2007: „nichts liess er รผbrig, was zu diesem gehรถrte und an die Wand pisste“ 1956/1964 in Stuttgart revidierte Lutherbibel genierlicher: „…was mรคnnlich war.“). Die jeweils todbringende Virilitรคtsmetapher erscheint auch in I Sam.25,22 und 34, I Kรถn.14,10, I Kรถn. 21,21 und II Kรถn.9,8.
All das dauerte bis zu Napolium, zum Risorgimento und zum sozialen Wohnungsbau der case popolari ums Novecento7. Die Zeit des Niedergangs der Antipissiden-Maurerzunft hatte begonnen. Unter den Bollwerken des Arsenals fand sich eine letzte 1890 datierbare Eckenschrรคge aus nurmehr rostgeschwรคrztem Blech der anbrandenden Eisenzeitโฆ Die รคlteren Manufakte der Bรผrgerwehr mumifizierten sich unter dem Verdikt unantastbaren Denkmalschutzes und so versickert seither ohne restaurative Idee die ungebetene Brรผh im Rio giร nero des noch immer mondgeregelten Abwรคsserregimentes…
Vorher aber bannte die Kirche mit geschmiedetem Kรถrbegeflecht und Marmorschikanen; plante die jegliche Nรคherung unterbindende Hemmnis schon architektonisch beim Grundsteingelege; Steinmetzen vermassen den abweisenden Spritzgrad im Werkstรผck, um Frevlern den hรถchsten Schwall an Selbstbenetzung8 zu bรผrgen; padroni, parrocchi und magistrati suchten mit notarischer Strafdrohgebรคrde die Fluchtdistanz zum Skrupel zu kรผrzen, andere wieder vermauerten Madonnetten, Opferstรถcke, Votive und Ewige Lichter in die physiologisch reizlรถsenden Zonen, um fรผr den pudor Gottesfรผrchtger beten zu lassen, bis der Senat den รberfleiss der madonneros gar mit Gefรคngnis9 zu ahnen sich zwang.
Die weltlichen autoritร hingegen fรถrderten anonymes Verpetzen von Verstรถssen gegen Verschmutzung von Trinkwasserfassungen auf kommunalen wie privaten campi, aus deren damals noch offnen Schรถpfbrunnen sich labte das Volk der Typhosi immunizzati, wenn’s nicht lieber den Malvasierwein vorzog, der ja den circulum vitiosum urinatorium erlabend am Leben erhielt.
Pinkelsperren belagern so manchen Brรผckenkopf mit kurvigen Schirm-Balaustern; wie wahre Geschรผtzluken bestreichen andre das Vorfeld von Treppauf- und -abgรคngen zum nahen canale. Manche Taube verhauchte dort seit Olim im staubichten Unterschlupf ihr struppiges Leben. Corti und cortili wehrten des Anflugs auch geringster urogenitaler Gelรผste mit Gittertor und Riegel. Unter die steinernen Schurze hat man trรถpfelnder Vorahnung halber, oft Rinnen und Gullis gebahnt, die schleunigst zum erstgelegnen canaletto entleerten. Der Resignation erlegen, begnรผgte man sich anderorts in รผberlaufenen loci allein mit geschlitztem Einlauf fรผr widerstandsloseren Auslauf.
7 Seit dem Bau der โcase sane ed economicheโ dellโ Istituto autonomo per le case popolari ICAP zu Ende des 19.Jhs. (s. Elia Barbiani (cura), Edilizia popolare a Venezia 1983) mit geregelten Sammelbecken und Abflussrohren fรผr jede Familie verschwinden die pisciatoi oder orinatoi di fortuna aus den erneuerten Quartieren von selbst.
8 In der „Hypnerotomachia Poliphili“ (Ed. Aldo Manutio, Venezia 1499) des Francesco Colonna wird bautechnisch erklรคrt, wie sich das Anpinkeln von Monumenten durch Abschirmung zwar regeln, aber nicht vermeiden lรคsst: H.P., c.202: „Aus den Grรผnden dรผrfen sich bei Bauwerken Treppen, Traufen oder aber Abzugsrรถhren nicht unter freiem Himmel befinden: erstens ob der Rutschgefahr. Zweitens zerstรถrt und besudelt derjenige, welcher nahe an seinen Fรผรen pinkelt, sein Schuhwerk, daher soll er solch Unschicklichkeit meiden.“ [„Secundo colui che minge proximo ad gli sui pedi, destruge et gli calciamenti sui spurca. Dunque debese tale inconveniente fugire.“] (Dank an Thomas Reiser, รbersetzer der unerschรถpflichen kommentierten Hy.Po.-Datenbank, Breitenbrunn 2014, S.289).
9 Das defensiv-strategische Anbringen von Madonninen, Kreuzen und santoni in dekorierten Opferschreinen in unmittelbarer Nรคhe von verfรผhrerischen Winkeln, wurde am 23.November 1500 von einer kuriosen Anordnung des Senators Antonio Tron verboten: โโฆche non se depenxi (dipinge) piรน, in niuna calle dove se pissa, alcun santo over croxe, soto pena a li depentori de lira 25 (di ammenda) et prexonโฆโ M.Sanudo Diarii III col.1094 (laut Alvise Zorzi, La vita quottidiana a Venezia nel secolo di Tiziano, Milano 1990, pag.32)
Auf manchem opulenten Konus in pietra d’istria thront gar Kugel, Kubus und Zylinder, den Ruch des Un-Orts dekorativisch zu mildern. Auch phallische Sรคulen recken kanonenrohrgleich sich gegen feindlichen Ansturm. Dann und wann ist gar ein Datum auf die tabula rasa graviert, ein Wappen zur Wappnung vor vulgรคrem Drangster; oder es droht ein Schrifttum, fernerer Hรคufung auch sonstigen Mรผlls (rifiuto residuo) zu wehren. Und wo es heut erwartbarer Schutzwehr ermangelt, verraten rostrote Lรถcher im Eckstein, vom einstigen Eisengestรคnge, oder ragen gebrochene Simse ins olfaktorische Nichtsโฆ
Sporttrunkne tifosi rรคchen sich รถfters an den verunnรผtzten Schrรคgen mit holprig gelettertem Kampfruf zum Stรคupen feindlicher Fans. Oder politische Schmรคh findet hier gรผnstigen Grund. Ansonst ist puerilem Verfremden keine noch so niedere Grenze gesetzt. Auch Analphabeten und anlehnungsuchende Zecher belagern die vermeintlich wirtlichen Klinen, sofern ihnen die Quartierkatze Platz macht.
Allzu neuralgische Fallenreviere verstellt man mit anfรคnglich moosgrรผnen Kiosken, die prompt des Nachts ein spraybombenlegender eroino mit kryptischen Initialen erobert. Auch Blumenkรคstchen und Zierbaum dienen dem eckenfรผllenden Zweck. Manch lรคngst trockengefallner Born, rostiger Nachfahr verschweisster Zisternen, vermiest die Lust dem feuchtfrivolen Rivalen, sofern il comune nicht jรผngst in gefรคhrdeten Zonen sich mit leuchtenden Purpur-Hydranten der Wasserbrunst optisch feuererwehren versuchte.
Wie Wildtier-Rechen vor US-Lokomotiven bauschen sich Fรคcher aus geschmiedetem Erz, wohinter Trouvaillen mรผllkorb-รคrmrer Dezennien vermodern, weil kein spazzino den Reisigbesen darunter, dahinter, hinein- und herausbringt. So manche pantegana fand so ein molliges Nest fรผr ihr ratzekahles Gewรผrm.
Am artistischen Schwung nimmts die Brustwehr zur Linken der Basilica della Salute10 gar mit Berninis ehernem Petersstuhl auf. Und in gewissen verbรผschten giardini vergass man lediglich die Lanzetten geschmiedeter Gitter mit Goldblatt zu schรถnen. Hier wรถlbt ein gemauertes Busenkorsett Penthesilea’s sich mutig ersterbend dem Streich des fernhintrรคfen Peliden entgegen. Dort ziert Karnies und Eierstab den sich kurvenden Sockel. Am beredtsten jedoch sind gezierte Verhaue in vielfach geschichtlicher Stafflung: von stein- รผber bronze- zum eisenzeitlichen Sรคkulum, garniert mit polyglotten Menetekeln geforderten Anstands.
Hie hat sich ein Kater erfrecht, den duftenden Limes vergeblich verbotenen Nutzens zu queren und tat’s prompt zu gesteigertem Selbstwert. Da liegt ein Ort zur Wandzeitung bar, ein andrer ist gut, pubertรคre Penalties zu schiessen. Hier nutzt ein Malermeister ersichtlich, den gerundeten Winkel (circulatura trianguli) fรผr seine getreppten persiane in grellen Farben zu spritzen. Dort blickt ein Smily uns einรคugig an.
Vielerorts haben inzwischen padroni die Trรผmmer von Mahnmalen der Notdrift oft notbehelflich begradigt. Zuweilen wurde so mancher Appell an die Mannszucht mit cuciscuci-Gemรคuer โ sprich Ziegelverplombung โ verpflastert, doch allzu schรผttrer Neuputz entblรถsst nun Monumente widerrechtlich verpisster Gezeiten. Restauriert wird lediglich heimlich vor edleren Bauten; sind doch Verdikte der Denkmalpfleger hier
10 eines der wenigen datierbaren „Monumente“: erst 1817 schloss man den Campo zum Seminario
Patriarcale (vormalig Casa dei Padri Somaschi, von Loghena 1671 erbaut) mit Mauer und Cancellata gegen die Freitreppe zur Santa Maria della Salute „per ragioni di moralitร pubblica“, was die Congregation schon 1692 fรผr die heissbesuchte รrtlichkeit vergebens gefordert hatte!
lykurgisch gemeisselt. Folglich ist Kulturpolitik der Lagune ein Sumpf des Konservativismus. Kein geheiligter Eckstein des secolo dโoro darf ungestraft fortfalln. Das Alte muss altern bis es unrettbar brรถseltโฆ
Wandrer Venedigs was erspรคhst Du fernab von Biennalen, Museen und Mostren an zeitgeschichtlichem Strandgut in Winkeln ansonst spartanischer Ordnung? Korken, Kapseln, Konfetti, Relikte ewigen Karnevalierens, Gerippe von Regenschirm oder Ratte, die nackte Puppe, einbeinig, einรคugig, ein schlapper Ballon, die Reste tagestouristischen Picknicks, die halbvolle Flasche aus Plastik fragwรผrdiger Her- oder Hinkunft (man munkelt im Volksmund, sie hรผlfe kynologisch gehobene Beine zu disziplinierenโฆ). Und Zeitungsknรคuel, vormalig Fรผllsel der ewig flรผchtigen Handtaschen-Schwarzhรคndler- Banden bezeugen die ohnmรคchtge Hatz der Gendarmenโฆ
Unlรคngst unter รคusserstem Drange durfte dem flรผssigen Tatort ein homo sapienter ohn Strafe entrinnen, als ein Schutzmann im Laufe des Streites gestand, nur ein carabiniere hรคtte anstelle des vigile urbano ein standrechtlich Bussrecht! Schlimmer, laut geschwรคtzigem Leibblatt il gazzettino, gings jenem Zecher, der nรคchtlich von der Hermandad auf die Schulter geklopft, sich andรคchtig drehte und den Hahn nicht drosselte in erbetener Kรผrze, zum Gewinn einer lavanderia am Lido.
Vorbei sind jedoch die goldenen Zeiten ungebremster Entleerung. Der Mann hat preisgegeben die alten Dominien seines macismo dem Feld des gefรผgigen Schosshunds und dessen substantiellern dejectio; obwohl man gratis kein Sรคckchen bezieht an farbigen Spendern, wie prominenter Promenadenmix Herrinnen in den Gefilden des Nordens. Die welkenden Weiblein popolaner Palazzi aus pianterreno, mezzanin oder ultimo piano beherrschen ungerรผhrt vom Mahnen
sturm- und dranggeplagt
elija rijeka alias erasmo
im vereisten venedig
februar 2012 und
notgedrungen
seither etwas
upgedatet
zur Ehre
Erwins
2019








I pisciatoi proibiti
(Italianizzazione cominciata il giorno 9 marzo 2022 da me approvata da Erasmo. Michele de Martin)
(Una repressione pudica o una guida sgarbata veneziana)
Di questi manufatti se ne trovano dappertutto nell“edilizia prenovecentesca del centro storico. Basta sapere osservare con attenzione perchรจ fino ad oggi non sono stati presi in considerazione dagli storici dell“architettura. (1) La Guida alla Venezia minore di Egle R.Trincanato, ed anche le varie
pubblicazioni che trattano la Venezia dei percorsi curiosi, magici, e nascosti, hanno penosamente raggirato l“argomento nรจ Sansovino (forse perchรจ non li trovava !nobilissimi?โ), nรจ un Muratori (sia Lodovicantonio o Saverio), nรฉ Pompeo Molmenti, neanche il Lorenzetti, e nemmeno Elena Basso, il Muir o
Maretto (2) ne hanno fatto alcun cenno, neanche gli architetti Borro, e Bernini costruirono latrine invece di lanterne, nรจ il Gozzi, nรจ il Baffo e neanche il Goldoni li hanno schizzati, perfino un Ruskin li schivava indignato pur essendo essi fra le sue pietre. Infine nemmeno l‘ archeologia sociale, la storia
del costume o quella dell“igiene pubblica, si sono occupate di quel soggetto, infine il pisciatoio non รจ mai venuto a galla nel vocabolario aristocratico.
Molti sono i luoghi segreti del bisogno maschile, una sorta di angoli per il menecken piss, ovvero i non propriamente nobili angoli del nostro sollievo idraulico spesso impedito in una cittร nella quale la visita ai gabinetti nei bar, o nei ristoranti, รจ malvista e stigmatizzata da chiave ben custodita, oppure interdetta da scortese cartello ยซinagibileยป, ยซchiuso per restauroยป oppure un secco ยซsolo per ospitiยป.
Anche il tirchio, trovato sofferente in fine corsa bisognoso, non risparmia l“obolo a Vespasiano che lo ripaga con gli antiestetici gabinetti pubblici (piรน angusti che augusti) dalle piastrelle bianche screpolate delle oramai rare
ritirate. Localitร del bisogno alle quali viene guidato da cartelli vetusti, frecce avizzite, oppure segni promettenti sul selciato, scritte smaltate alludendo a funesti ospedali o penitenziari.
Ma quale perseguitato dallo Sturm und Drang trova di notte nelle viuzze labirintiche della Serenissima la meta del sollievo? Vae victis! In un prossimo
futuro un vigile orinario sguainerร un suo batuffolo per la prova genetica per dimostrare la colpevolezza del reo.
Fino a trecento anni fa ci si liberava senza scrupolo coram publico contro il piรน vicino muro sprovvisto di finestre, con accesso a novanta gradi, protetto quindi da angoli, lontano dalle possibili occhiate di donne rinchiuse dietro i muri e inferriate.
La scelta del luogo dipendeva spesso dall“abilitร dell“operante destro o mancino e dallo slancio naturale.
L“uomo rimanendo nel mondo immondo nella sua specie, veniva, vedeva e vinceva con un unico colpo di spada.
Se si veniva sorpresi da occhio innocente nell“ esercizio dell“abilitร del succitato operare destro o mancino, e per caso la donzella sulle alte pianelle veniva trainata dalle vigilanti serve verso la chiesa, allora c“era tempo per la fuga e per riabbottonarsi.
Le bevute notturne nei casini, le mattutine annaffiate degli affaristi, il vino da prima messa oppure lโombretta del mattino combinati con l“assenza di gabinetti domestici, necessariamente portava a ingombri e ingorghi maschili
nei sotoporteghi, nei vicoli chiusi e nei cortili, nei rami come nei campielli.
L“architettura classica e barocca delle chiese e dei palazzi forniva con capricci ritmati, cunicoli e protuberanze, con le cappelle aggiunte come ernie pietrose e le insenature ombrose, un“infinita offerta di anguli urinatorii.
Il risultato era spaventevolmente visibile e odorante. Ancor oggi i 50.000 cani di Venezia ne sanno uggiolare qualcosa.
In risposta a tutto ciรฒ nobiltร e clero contrattaccarono con i loro dissuasori architettonici ed ingegneristici: ringhiere curve, pesanti catene, barriere ornate di ferro battuto, scivoli tombali di porfido, tavolette inclinate di aristocratico giallo antico o di rosso veronese.
Ma il popolo minuto, vedendo la marea di bisognosi cacciati dai sontuosi palazzi e dai sacri angoli religiosi orientarsi verso le loro modeste dimore e le loro callette e cortili, si vendicรฒ con muretti difensivi di poco costo, o di tozze bitte, o di condotte d“acqua piovana per ripulire la zona calda. Oppure
prevenivano d“iniziativa propria il lordare di quei luoghi con depositi di fortuna
ingombranti ma soprattutto non odoranti:
alcuni passavano il tempo nascosti dietro le tende con i catini d“acqua delle stoviglie, altri piantavano oleandri, altri ancora costruivano cancelli nei sottoportici.
Tutto questo proseguรฌ fino a Napoleone, sopravvisse al Risorgimento e quindi arrivรฒ all“edilizia sociale, o popolare, intorno al $900 (3). Da questo momento cominciรฒ la rovina dell“arte anti pisciatoria. Nei sotoporteghi delle case sociali dell“Arsenale l“innominabile cosa fu suggellata con lastra tombale di latta triangolare ed inclinata, dalla ruggine annerita, e datata 1890.
Ma prima dell“illustre era del gabinetto in casa propria, la chiesa e le autoritร intraprendenti menavano la difesa del loro territorio non solo con canestri forgiati ed ammennicoli di marmo, si progettavano giร dall“inizio delle barriere dalle fondamenta architettoniche, i marmisti misuravano il grado di pendenza migliore per l“autobagnamento del reo, fornivano cancelli opulenti e decorativi per chiudere insenature invitanti.
Certi padroni e parroci tentarono, per aumentare gli scrupoli negli imbrattatori, applicando stemmi dell“ alta nobiltร e scritte d“interdetto. Altri applicavano nelle zone disputate delle Madonnine immacolate votive, delle cassette per l“elemosina, o degli altarini con i santi Liborio e Prostazio per fare appello alla decenza dell“ auspicato, ma solo probabile, devoto. (4)
Le autoritร profane, invece, minacciavano con !infrazione all„ordine pubblico per l„inquinamento del rifornimento d„acqua potabile nei campi pubblici e privatiโ, quando ancora il popolo dei !tifosi immunizzatiโ si abbeverava dalle vere da pozzo non ancora sigillate, o preferendo vino di Malvasia, il quale a
sua volta favoriva quel circulum vitiosum urinatorium.
Oggi giorno tante teste di ponte sono custodite da garitte incurvate, o balaustre a forma di scudo che, come torrette d“artiglieria, spiano il passante davanti agli scalini. Qualche colomba lascia la sua vita azzuffata sotto questi
lordi nascondigli.
Corti e cortili son sbarrati e ferrati contro ogni tentativo dell“ intruso bisognoso. Molte di queste difese marmoree campanelliformi son provviste di
scolo che porta al canale sottostante. Quanti angoli modesti si accontentano di un solo pozzetto di raccolta, dimostrando una certa rassegnazione nel ricavare dal male un minimo profitto estetico.
Su qualche cilindro opulento in pietra d“istria troneggia un cubo, una palla o un cono per attenuare l“infamia del non-luogo.
Semi colonne falliche dirigono i loro cannoni verso il nemico di mezza statura.
Datazioni, divieti autoritari e blasoni nobiliari guardano sospettosi la sua vergogna. E guai se di nascosto un essere vi deponesse immondizie casalinghe!
Il tempo ha cancellato molte di queste barriere, ma indelebilmente sussiste lo sfregio arrugginito nel marmo dove si ancorava il ferro o la pudica tavola di Mosรฉ, o dove si alzava in passato un muretto conico comico.
Gli adolescenti sportivi si vendicano sulle tabulae rasae inclinatae con minacce di morte scritte per tifosi avversari, non sapendo su quale prezioso supporto si sono accaniti, per altri รจ albo d“illimitato scambio di volgari
esclamazioni (e osceni graffiti), per altri ancora un comodo appoggio
accidentale di ubriaconi analfabeti.
Certe zone nevralgiche di tentazione sono state ostacolate con verdi chioschi, o grossi vasi di piante, persino con floridi alberi, o in tempi recenti con rossi idranti fiammeggianti, quando nel contempo le fontane di ghisa soffocate dalla ruggine hanno smesso di regalare acqua salutifera.
Mentre i chioschi perdono il verde sotto i colpi dei graffiti della gioventรน, i pisciatoi invecchiano verdeggiando sotto la gramigna clorofillacea.
Certe difese orinarie assomigliano alle grate antibufalo sul muso delle locomotive americane, e sotto le quali si nascondono curiosi reperti accumulati nei decenni causa l“assenza dei cestini, e mai svuotate dallo
spazzino addetto a pulire lรฌ, dove non entra nรฉ esce rastrello o scopa senza
rovinarsi.
O“ Viaggiatore, lontano da musei e mostre, quanti relitti storici e culturali potresti scoprire in questi angoli protetti dall“oblio: coriandoli di un eterno carnevale, una bambola nuda monca di una gamba, un pallone sgonfio,
tracce di nutrimento turistico, una di quelle bottiglie di plastica usate contro la gamba alzata dei cani, oppure carta di giornale accartocciata dai Somali vรน cumprร per le borse falsificate, ambulanti eternamente in fuga da impotenti gendarmi…
La balconata di ferro proibitoria sulla sinistra della Salute non sfigurerebbe con il suo grazioso slancio al cospetto della Cattedra berniniana di S.Pietro a Roma, le mancherebbe solo la doratura da far invidia ai giardinetti reali.
Bellissima questa evoluzione dell“artigianato dall‘ etร della pietra a quella del bronzo, poi a quella del ferro, ed infine con l“ultimo mattone intonacato o no, dipinto, slavato dalle intemperie o in biblica rovina polverosa.
Quรฌ un seno murato della Penthesilea morente che si offre al colpo del Pelide, lร modanature ed ovoli ornano uno zoccolo bombato,
altrove si trova il giornale murale sul quale calciano i corner i giovani tifosi, quร un pittore spruzza le sue persiane sull“angolo arrotondato (circulatura quadrati). Un gatto per far altrettanto oltrepassa il limite pur non essendo
persiano.
Talvolta sotto il fragile intonaco appaiono i segni di eoni trapassati. Intanto si riparano con la tecnica dello scuci-cuci alcuni danni. Ma eliminarli del tutto mi sembra attitudine rara: il verdetto dei sovrintendenti ai monumenti pare ancora licurgico.
La politica culturale conservatrice del territorio lagunare รจ talmente impaludata che non c’รจ barriera d“angolo del secolo d“oro che non si sbricioli o che non si stacchi pian piano. L“antico deve sfasciarsi sotto la tutela della
!Carta di Veneziaโ.
I tempi dorati di sfrenata evacuazione corporea sono ormai finiti. L“uomo ha lasciato il campo al cagnolino: il primo non ha diritto al sacchetto nero o verde, quando invece รจ gratuito per i beniamini delle vecchiette dei palazzi popolari, di pianterreno, oppure del mezzanin o dell“ ultimo piano.
Il viaggiatore dalla vescica plumbea parte frustrato per non tornare piรน, perchรฉ dovere e potere non sono lo stesso: orina e rovina son fatti, e fati, connessi.
Speriamo che le feci di cane, ratti e colombi mettano in fuga perfino il turismo mordi e fuggi, fugace ma ingombrante, delle navi da crocieraโฆ grazie a Dio onniperdonante!
Chรจ navigare necesse est lo sente anche quel turista quando scende dai 14 ponti di nave-mostro (in memoria della Concordia oppositorum) sulla piazza per offrirsi un caffรจ minuscolo al Florian e ingoiarsi anche il conto a denti stretti, per capire che la porta al paradiso liberatorio non รจ mai incondizionatamente apertaโฆ
Nel futuro le acque reflue di Venezia rumoreggeranno civilizzate attraverso tubi e reti circolari. Allora le ringhiere arrugginite di gloriosa difesa, i bastioni con i Santi protettori della vescica, le piramidi e i mastaba, le tombe apparenti dell“ Uroboros, oggi nascondiglio di lucertole sonnolenti, i !glacisโ di marmo,
degni del genio di un Vauban, saranno polverizzati, corrosi ed asportati dalle
maree e diverremo ignari che fossero esistiti, e a che cosa servissero.
Un tempo un uomo saggio scampรฒ ad una multa imminente perchรฉ il vigile confessรฒ che solo un carabiniere aveva il potere di multare in contanti. Ma peggio, il Gazzettino, quotidiano chiacchierone, scrisse di un tale che nell“esercizio del Menecken Piss fu sorpreso dal tocco di un poliziotto sulla
spalla, ma girandosi verso l“ordine secolare, senza fermare il rubinetto, gli
innaffiรฒ addosso, per il piacere di una lavanderia del Lido!
Lo stesso quotidiano nel 2012, centenario del crollo del Campanile, cita sotto la data del 1866 la seguente curiositร :
!Il Campanile di San Marco riceve poche attenzioni, ma sopratutto viene manomesso all„interno. Per eliminare le brutte abitudini dei visitatori di orinare nei vari angoli delle rampe si mettono in opera delle condutture e dunque si
interviene in modo sconsiderato giusto negli spigoli del Campanile, intaccando cosรฌ la struttura portanteโฆโ
Con queste geniali manomissioni i bravi magistrati della Schilda veneziana contribuirono a far crollare โel Paron de casaโ nel 1902.
Spezziamo allora una lancia per il dimenticato pisciatoio proibito e incoroniamolo in onore dei disoccupati studiosi di architettura e per la gioia maligna del sesso meno incontinente.
Harald Naegeli, famigerato artista zurighese del graffito urbano, che aveva scoperto questi luoghi segreti giร un terzo di secolo fa come altarino per i suoi pegasei, pesci morti e femminucce magrette, irritava gli sciami di turisti di ambedue le nature, tutto ciรฒ senza sapere quanta cultura di protesta giaceva sotto quello spruzzo della bombola di sempiterno color nero. (5)
Aspettiamo quindi la prima tesi di laurea, il primo incoronamento di un poeta, il primo prix Genet, o un Piero Manzoni o un Dubuffet, come emanazione spregiudicata di una modesta ricerca analitica del manufatto.
Oโ viaggiatori a piede libero e vescica liberata, aumentate la raccolta d“immagini del locus artesiano e non vergognatevi di portar un’altra nottola di
Atene per completare la lista latrinica dei pisciatoi proibiti ovvero i meno sequestrati ma piรน obliati di Venezia.
Elija Rijeka nel Carnevale del 2022
(testo tradotto da Michele De Martin con supervisione di Erasmus Weddigen)
NOTE
- Nella raccolta fotografica rinunciamo a localizzazioni precise lasciando i posti alla scoperta dei lettoriโฆ
- Le innumerevoli raccolte di disegni catastali ed analitici di Paolo Maretto (La casa veneziana nella storia della cittร dalle origine all„ottocento, Venezia 1989) non notano scoli o decantatori di acque nere o di cucina; solo i camini si trovano posizionatiโฆ
- Con l“edilizia delle !case sane ed economicheโ dell“Istituto autonomo per le case popolari ICAP alla fine del secolo 19. (v. Elia Barbiani (cura), Edilizia popolare a Venezia 1983) con decantatori e canali delle acque nere (i gร toli), i WC per ogni famiglia e scoli in regola delle cucine spariscono i pisciatoi o orinatoi di fortuna nei quartieri rinnovati.
- La strategica applicazione di Madonnine, croci e santoni in edicole di devozione nella vicinanza di angoli troppo promettenti fu proibita il 23.novemre 1500 da un curioso decreto del Senatore Antonio Tron: „โฆche non se depenxi (dipinge) piรน, in niuna calle dove se pissa, alcun santo over croxe, soto pena a li depentori de lira 25 (di ammenda) et prexonโฆโ M.Sanudo Diarii III col.1094 (v. Alvise Zorzi, La vita quottidiana a Venezia nel secolo di Tiziano, Milano 1990, pag.32)
- Nel libro illustrato di Harald Naegeli !Der Sprayer in Venedigโ (Steidl Verlag 1991, Editore Klaus Staeck) l“occasionale coincidenza di pisciatoio e graffitto- omuncolo fu documentato da uno scritto trilinguo sulla trave dello scuro ed angusto Sottoportego della Pasina dicendo โIL EST DEFENDU / DE PISSER, / DON“T PISS
PLEASE / VERBOTEN / HARNEN!. Da ben mezzo secolo o piรน gli inquilini cercano di difendersi disperatamente (ovviamente visibile ed odorabile tuttora) dalle
tribolazioni dei passanti stranieriโฆ










































































































































































































































































